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Ratgeber

Benzinpreise 2026: Wann der Umstieg aufs E-Auto lohnt

Thorsten M. pendelt seit sechs Jahren 38 Kilometer zur Arbeit, einfache Strecke. Sein Benziner schluckt 7 Liter auf 100 Kilometer, macht bei 20.000 Kilometern im Jahr rund 1.400 Liter. Zu den aktuellen Preisen an der Säule sind das etwa 2.950 Euro, nur für Sprit, ohne Steuer, Versicherung und Werkstatt.

Dieselbe Strecke mit einem Elektroauto und eigener Wallbox: rund 1.080 Euro pro Jahr. Die Differenz ist der Grund, warum sich der Umstieg 2026 für viele Pendler finanziell rechnet, obwohl das E-Auto in der Anschaffung noch teurer ist.

Die Rechnung für 100 Kilometer

Bei Super E10 um 2,11 Euro pro Liter kostet ein Benziner mit 7 Litern Verbrauch 14,77 Euro auf 100 Kilometer. Ein vergleichbares E-Auto braucht rund 18 kWh. Zu Hause an der Wallbox zu 30 Cent pro Kilowattstunde sind das 5,40 Euro.

Benziner E-Auto (zu Hause) E-Auto (öffentliches Schnellladen)
Verbrauch je 100 km 7 l 18 kWh 18 kWh
Preis je Einheit 2,11 €/l 0,30 €/kWh 0,55 €/kWh
Kosten je 100 km 14,77 € 5,40 € 9,90 €
Kosten pro Kilometer 14,8 Cent 5,4 Cent 9,9 Cent
Kosten je 20.000 km 2.954 € 1.080 € 1.980 €

Entscheidend ist also, wo geladen wird. Wer zuhause lädt, zahlt rund ein Drittel der Spritkosten, wer auf öffentliches Schnellladen angewiesen ist, zwei Drittel. Günstiger pro Kilometer fährt das E-Auto in beiden Fällen. Wer eine eigene Fläche hat, drückt den Preis noch weiter: Mit Solarstrom vom Dach oder einer überdachten Stellfläche sinken die Kosten auf 10 bis 15 Cent pro Kilowattstunde, und weitere Informationen zu diesem Thema zeigen, wie sich Stellplatz und Stromerzeugung kombinieren lassen.

Ein Diesel liegt zwischen beiden Welten. Mit 5,5 Litern und 1,95 Euro pro Liter kommt er auf 10,70 Euro je 100 Kilometer, also knapp unter dem öffentlichen Laden, aber weit über dem Laden zuhause.

Wo der Preisvorteil herkommt

Strom und Benzin werden unterschiedlich besteuert, und das wird sich kaum drehen. Auf jeden Liter Benzin entfallen Energiesteuer, CO2-Preis und Mehrwertsteuer, zusammen gut die Hälfte des Preises. Der CO2-Preis steigt weiter, womit fossile Kraftstoffe teuer bleiben.

Beim Strom kommt der zweite Effekt dazu: Ein Elektromotor setzt rund 85 Prozent der aufgenommenen Energie in Bewegung um, ein Verbrennungsmotor etwa 30 Prozent. Der Rest wird Wärme. Dieser physikalische Unterschied lässt sich mit keiner Steuerreform ausgleichen.

Wie stark der Vorteil ausfällt, hängt damit vor allem am Ladeort. Im Stadtverkehr wird der Abstand noch größer. Der Verbrenner verbraucht bei Kurzstrecken im Durchschnitt deutlich mehr als im Datenblatt, das E-Auto profitiert vom Rekuperieren und steht im Stau ohne Verbrauch.

Was in der Werkstatt wegfällt

Der zweite Posten, der beim Umstieg kleiner wird, steht auf der Inspektionsrechnung. Ein Elektroauto hat keinen Ölwechsel, keine Zündkerzen, keinen Zahnriemen, keinen Auspuff und keinen Partikelfilter. Durch die Rekuperation bremst der Motor mit, Bremsscheiben und Beläge halten deutlich länger.

Was bleibt:

  • Reifen (verschleißen durch das höhere Gewicht etwas schneller)
  • Bremsflüssigkeit und Innenraumfilter
  • Software-Updates
  • Klimaanlage und Kühlkreis der Batterie

Werkstattvergleiche zeigen für Verbrenner regelmäßig mindestens ein Drittel höhere Wartungskosten als für vergleichbare Stromer. Wer die Spritkosten seines Verbrenners dagegen kurzfristig senken will, findet in den Tipps, wie sich Effizienz prüfen und Sprit sparen lässt, ein paar schnelle Hebel.

Steuer, Versicherung, Wertverlust

Zwei Kostenbalken im Vergleich: Jahreskosten eines Benziners gegen die eines Elektroautos
Energie, Wartung und Kfz-Steuer summieren sich beim Benziner auf deutlich mehr als beim E-Auto.

Reine Elektrofahrzeuge sind bis Ende 2030 von der Kfz-Steuer befreit, wenn sie bis Ende 2025 erstmals zugelassen wurden; für neue Zulassungen danach greift die günstige Gewichtsbesteuerung. Dazu kommt die THG-Quote, die Haltern je nach Anbieter noch einen dreistelligen Betrag pro Jahr bringt.

Bei der Versicherung ist das Bild gemischt: Die Haftpflicht fällt oft günstiger aus, die Vollkasko wegen der teuren Batterie höher. Der größte Einzelposten bleibt ohnehin bei beiden Antrieben der Wertverlust. Hier lohnt der Blick in konkrete Zahlen. Der ADAC-Kostenvergleich zwischen Elektroauto, Plug-in, Benziner und Diesel rechnet die Gesamtkosten modellweise durch und zeigt: Ab der unteren Mittelklasse liegen viele E-Versionen vorn, sobald der Strompreis niedrig genug ist.

Zur Batterie gibt es inzwischen Erfahrungswerte statt Prognosen. Hersteller garantieren meist acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf mindestens 70 Prozent Restkapazität; Flottendaten zeigen, dass moderne Akkus zehn Jahre und mehr durchhalten.

So rechnet sich der Umstieg finanziell

Ein vergleichbares E-Auto kostet in der Anschaffung noch etwa 4.000 bis 6.000 Euro mehr als der Benziner. Diese Lücke schließt sich über die laufenden Kosten:

  • Energiekosten: rund 1.870 Euro jährliche Ersparnis bei 20.000 Kilometern und Wallbox
  • Wartung: 150 bis 400 Euro Vorteil pro Jahr
  • Kfz-Steuer: 100 bis 250 Euro Vorteil pro Jahr

In Summe ergibt das je nach Fahrprofil 2.100 bis 2.500 Euro pro Jahr, also etwa 175 bis 210 Euro pro Monat. Wer 20.000 Kilometer im Jahr fährt, spart damit wirklich spürbar, und zwar rund 10 Cent auf jeden gefahrenen Kilometer. Bei 6.000 Euro Mehrpreis ist der Aufpreis damit nach rund drei Jahren abbezahlt, bei Vielfahrern schneller. Bei 8.000 Kilometern im Jahr rechnet sich der Wechsel dagegen kaum.

Eine kurze Faustregel: Der Umstieg rechnet sich, wenn Ihre Jahresfahrleistung über 12.000 Kilometer pro Jahr liegt, Sie zuhause laden können und das Auto mindestens vier Jahre halten. Wer deutlich weniger gefahrene Kilometer im Jahr zusammenbringt, fährt den alten Verbrenner besser aus.

Für wen es sich jetzt lohnt und für wen nicht

Klar im Vorteil:

  • Pendler mit 15.000 Kilometern und mehr
  • Haushalte mit Wallbox, Stellplatz oder eigener PV-Anlage
  • Zweitwagen-Nutzer im Stadtverkehr, wo der Verbrenner am ineffizientesten ist

Noch abwarten sollten:

  • Laternenparker, die dauerhaft auf öffentliches Schnellladen angewiesen sind
  • Wenigfahrer unter 8.000 Kilometern im Jahr
  • Vielfahrer mit regelmäßig über 600 Kilometern Tagesetappe

Ob ein E-Auto wirklich zum eigenen Alltag passt, entscheidet damit die Ladeinfrastruktur und nicht die Reichweite. Mittelklasse-Stromer schaffen heute 400 bis 500 Kilometer, und beim Schnellladen ist die Ladeleistung bei den meisten Modellen kein Engpass mehr. Konzepte wie Batteriewechselsysteme oder kompakte Stadtmodelle wie der smart #5 zeigen, in welche Richtung sich das Angebot bei E-Autos bewegt.

Was Thorsten gerechnet hat

Infografik: Jahreskosten Benziner gegen E-Auto bei 20.000 Kilometern aufgeschlüsselt
Bei 20.000 Kilometern im Jahr trennen Benziner und E-Auto rund 2.000 Euro.

Am Ende stand bei unserem Pendler eine einfache Zahl: 2.100 Euro Ersparnis im Jahr, 6.000 Euro Aufpreis, knapp drei Jahre bis zum Break-even. Bei einer geplanten Haltedauer von sechs Jahren bleiben rund 6.600 Euro übrig.

Rechnen Sie Ihr eigenes Profil nach, und zwar mit drei Zahlen: Jahreskilometer, tatsächlicher Spritverbrauch und der Strompreis an der Stelle, wo Sie laden würden. Wer alle drei Zahlen kennt, kann den Wechsel durchrechnen, ohne auf eine Prognose über die künftigen Benzinpreise zu warten.

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